Maskalaï, Nordkamerun
Eine Schulklasse aus Wohlen hat ein Projekt in Kamerun
finanziert – und gezeigt, dass Jugendliche in der Welt etwas bewirken können.
Was wird der heutigen Jugend nicht alles angelastet! Sie sei ichbezogen, nur auf das neueste Handy und Designerklamotten fixiert, passiv, verwöhnt, uninteressiert an Politik und überhaupt. Die Klasse 2b (jetzt 3b) der Kantonsschule Wohlen hat derlei Vorurteile eindrücklich widerlegt. Mit beispielhaftem Enthusiasmus und Einsatz hat sie sich für den Bau eines Trinkwasserbrunnens in Maskalaï engagiert.
Maskalaï ist ein kleines Dorf in der Waza-Logone-Ebene. Die etwa 360 Bewohner leben von etwas Fischerei (in der Regenzeit), von Viehzucht und ein wenig Landwirtschaft. Die ganze Region ist von Hunger und Krankheiten geprägt, überall sieht man Kinder mit aufgedunsenen Bäuchen. Bevor IPA dort aktiv wurde, war das Hauptproblem die Situation im Trinkwasserbereich.
Die Menschen tranken das Wasser aus Tümpeln, die sie mit dem Vieh teilten. In der Trockenzeit versuchten sie, Löcher zu graben. Stiessen sie auf Wasser, tranken sie die braune Brühe. Die Folge: Die meisten Menschen waren krank. Am meisten litten die Kinder, viele starben früh. In dieser verzweifelten Situation wandte sich der Dorfvorsteher, der von IPA gehört hatte, an Aboukar Mahamat, den IPA-Partner vor Ort. Das Ziel: einen Trinkwasser-brunnen zu bekommen.
Bereits 2008 hatte sich die Kantonsschule Wohlen interessiert gezeigt, mit IPA zusammenzuarbeiten. Im Rahmen des Akzentfaches Geistes- und Sozialwissenschaften (GSW) erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 2b zum ersten Mal von Maskalaï.
Totales Engagement der Wohlener Jugendlichen
Im Verlaufe des Winters 2008 planten die Jugendlichen das Projekt. Sie sammelten über 38‘000 Franken. Dazu kamen noch 20‘000 Franken vom Kanton, so dass die Klasse fast 60‘000 Franken zusammenbrachte – mehr als budgetiert war. Besonders erwähnenswert ist ein Konzert im Casino Wohlen, das die Klasse unter dem Titel «Sound of Life for Cameroon» veranstaltet hat und zu dem 300 Personen kamen.
Die Umsetzung des Projektes in Maskalaï begann im Mai 2009 mit der Wahl des Verwaltungskomitees, das für den Unterhalt und die Pflege des Brunnens verantwortlich ist. So will IPA die Nachhaltigkeit des Projektes garantieren. Für den Bau wurden Spezialisten beigezogen, aber auch die Bevölkerung half mit, wo immer es ging. Der Saugkopf des Brunnens befindet sich in 19,5 Metern Tiefe und liefert bei einem Grundwasserspiegel (je nach Jahreszeit) von 5 bis 12,5 Metern sehr sauberes Wasser.
Während der Arbeiten sagte ein Mann aus dem Dorf den IPA-Leuten: «Wenn ihr es schafft, in Maskalaï einen Brunnen einzurichten, ist das für die Bewohner des Dorfes ein Paradies.» Zumindest ist er ein Segen: Die Zahl der Krankheitsfälle ging massiv zurück.
Und in Wohlen zog Claudia Preisig von der 2b in der Schulzeitung ein Fazit: «Wie unsere Klasse an diesem Projekt gearbeitet hat, war wirklich super. Ich finde es toll, dass die Kanti auch die Möglichkeit für solche Projekte vorsieht.»





