IPA_startseite

Zina, Nordkamerun

 

Solidarität auf allen Seiten

 

In Zina unterstützte eine Klasse der Kantonsschule Obwalden ein Projekt gegen den Hunger und die Armut in Nordkamerun. Im Dorf Zina hätte sich die Gruppe junger Männer fast übernommen - aber dann spielte die Solidarität in der Gemeinschaft.


Zina liegt mitten in der Waza-Logone-Ebene. Seit dem Zusammenbruch der Fischbestände im Fluss Logomatya müssen die Männer neue Wege gehen, um ihre Familien ernähren zu können. Eine Gruppe aus dem Dorf schlug deshalb IPA ein zweiteiliges Projekt vor: Anbau von Reis und Aufbau einer Fischzucht. Das Projekt hat eine Klasse der Kantonsschule Obwalden aufgegriffen. Während mehreren Monaten beschäftigten sich die Jugendlichen in der Innerschweiz mit der Planung und der Mittelbeschaffung. Schliesslich konnte die ganze Schule für einen Sponsorenlauf gewonnen werden. Ihre Solidarität hat gefruchtet: Beide Teilprojekte waren finanziert.


Das Teilprojekt für den Anbau von Reis setzte man ohne grosse Probleme um. Im ersten Jahr konnten bereits über 20 Tonnen Reis produziert werden. Nun wollten sich die "jungen Bauern und Fischer von Zina", wie sich die Gruppe selber nennt, an den Aushub des Fischteichs machen. 60 Meter lang, 20 Meter breit und 3 Meter tief sollte er werden. Die Gruppe war zwar auf fast 50 Personen gewachsen, aber der Start des Projekts verzögerte sich. Immer härter wurde die Erde in der Trockenzeit, immer grösser die Aufgabe, 3'600 m3 nur mit einfachen Hacken und Schaufeln auszuheben.


Die Männer erbaten eine "Kriegsanstrengung" des Dorfes


Bei Temperaturen von gegen 50 Grad kämpften sie verzweifelt um ihren Fischteich, aber sie mussten einsehen, dass ihnen die Kräfte ausgehen und sie es nicht schaffen würden, den Teich rechtzeitig vor der Regenzeit fertig auszuheben. Nun forderten sie die Solidarität des Dorfes ein und erbaten eine so genannte "Kriegsanstrengung" (effort de guerre). Viele Männer folgten dem Aufruf und halfen der Gruppe. Insgesamt wurden dadurch noch einmal über 1'000 Arbeits-tage investiert. "Ich habe nicht mehr daran geglaubt", gab einer der Männer im Gespräch mit IPA zu. "Ich dachte, alle Anstrengungen seien umsonst." Der Aushub wurde aber beizeiten fertig, und drei Fischsorten konnten noch vor der Regenzeit ausgesetzt werden. Knapp ein Jahr später war man soweit, die Ernte einzufahren: 1,8 Tonnen Fisch kamen im Mai gerade zur rechten Zeit, nämlich mitten in der jährlichen Hungerperiode.


Ausstrahlung bis in die Hauptstadt


Das Vorhaben war gelungen. Die Mitglieder der Gruppe konnten ihre Familien versorgen und ihre Kinder zur Schule zu schicken. Nun galt es, ihrerseits Solidarität zu zeigen, denn dazu hatten sie sich schon vorher vertraglich verpflichtet. Wie in allen ähnlichen IPA-Projekten hatten die Schülerinnen und Schüler der KS Obwalden von der Gruppe verlangt, dass sie einen Teil ihres Gewinns an die Dorfgemeinschaft weitergibt. Als erstes übernahm die Gruppe die Finanzierung des Gehalts eines Lehrers im Dorf. In Zukunft will sie für die Schule Tischbänke und Bücher einkaufen und danach noch das medizinische Zentrum unterstützen.


Das Projekt kommt dem Dorf gleich mehrfach zugute: Hunger und Armut werden bekämpft, die Dorfbewohner haben einen Anteil am Erfolg, und durch die Fischzucht im Teich wird der Fluss entlastet, so dass sich die Fischbestände wieder erholen können. Kein Wunder erhielt die Gruppe schon bald Besuch. Hohe Beamte aus dem Ministerium für Ökonomie machten den weiten Weg von Yaoundé nach Zina, um das Projekt als Vorbild für weitere solche Fischteiche zu analysieren. Die gegenseitige Solidarität hat viel bewirkt, und die Schülerinnen und Schüler aus Obwalden dürfen mit dem Erreichten sehr zufrieden sein.

Projekt Reisanbau und Fischzucht

 

 

 

geburtsurkunde

 






gruppe1

 





urkunde

 





klasse

 






chef_de_canton