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Distrikt Zina, Nordkamerun


Fliegende Ärzte als einzige Hoffnung

 

Teams von Ärzten und Krankenschwestern fuhren in
kamerunische Dörfer, um die Menschen medizinisch zu
versorgen. Ein beispielhaftes IPA-Pilotprojekt.


Wenn in einem der Dörfer des Distrikts Zina jemand krank wird, gibt es für sie oder ihn kaum eine Möglichkeit, in der Nähe medizinisch versorgt zu werden. Von diesem Notstand sind etwa 500‘000 Menschen betroffen. In dieser Gegend, die zu den ärmsten Regionen Kameruns gehört, befinden sich nur in drei Dörfern medizinische Zentren – und in diesen fehlt es an der elementarsten Infrastruktur: keine sanitären Einrichtungen, keine Behandlungsmöglichkeiten, keine Medikamente. Zudem befinden sich die medizinischen Zentren zu weit weg, oder die Naturstrassen sind wegen der jährlichen Überschwemmung unzugänglich.

 

In dieser prekären Situation gelangte die Organisation «Arams» an IPA. Ihr Ziel: die Unterstützung der Dörfer in der Überschwemmungs-Ebene in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Die Ärzte von Arams stammen aus der Gegend und kennen die Probleme der Bevölkerung. Um diese medizinisch zu versorgen und aufzuklären, fuhren Teams von Ärzten und Krankenschwestern in fünf Dörfer des Distrikts.

 

Kosten des Projekts: rund 27‘400 Franken. An diesem Budget beteiligte sich Arams mit verschiedenen Eigenleistungen im Wert von knapp 9‘700 Franken: Das medizinische Personal arbeitete unentgeltlich, brachte die Nahrungsmittel für den Eigenbedarf in die Dörfer mit und steuerte gar einen namhaften Barbetrag ans Projekt bei. Eigenleistungen kamen auch von den Dorfbewohnern im Wert von rund 800 Franken, indem sie z.B. Konsultationsräume mit Mobiliar und Wasser einrichteten und dem medizinischen Personal Unterkünfte zur Verfügung stellten. Den Hauptanteil von 16‘900 Franken steuerte eine Schweizer Spenderin bei.

 

Die Aktion war ein grosser Erfolg: Jedes der Dörfer wurde an zwei Tagen von je einem Medizinteam aufgesucht, und es konnten 2‘671 Menschen behandelt werden (die Versorgung mit Medikamenten war gratis). Die Ärzte und Krankenschwestern führten zudem eine Aufklärungskampagnedurch und informierten die Dorfbewohner über diverse verbreitete Krankheiten und Risiken.

 

Die Menschen leiden dort vor allem unter der Wurmkrankheit Bilharziose, Malaria, bakterieller Ruhr und Erkrankungen durch Parasiten. Frauen leiden vermehrt an Unterleibserkrankungen. Blindheit und Sehschwächen sind ebenfalls stark verbreitet.


Das Personal wurde mit Patienten förmlich überrannt. Um den Andrang in den Griff zu bekommen, mussten die Menschen zuerst beruhigt und in die Reihe gestellt werden. «Das Bedürfnis nach Gesundheitsversorgung ist immens», stellte die IPA-Geschäftsleiterin Nicole Delavy einmal mehr fest. Zu hoffen bleibt, dass weitere (Schweizer) Spenderinnen und Spender gefunden werden können, um dieses beispielhafte Pilotprojekt weiterzuführen.

 

 

 

 

 

Projekt medizinische Versorgung, Kamerun

 

 

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