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Gjirokastër, Südalbanien

 

Zwei warme Mahlzeiten am Tag

 

Ein Projekt des Herzens und des Mitgefühls: Seit ihren
Anfängen unterstützt IPA ein Altersheim in Gjirokastër –
trotz oft widriger Umstände und schwieriger Finanzierung.


Wer in Albanien alt ist und Glück hat, wird zu Hause von Angehörigen umsorgt und gepflegt. Wer alt ist und Pech hat, kommt in ein Altersheim. Wer hier landet, steht alleine und verlassen da. In Albanien mit rund 3,2 Millionen Einwohnern gibt es nur fünf Altersheime. Zum Vergleich: Die Zahl der städtischen Altersheime in Zürich (380‘000 Einwohner) beträgt 25, die privaten Heime nicht mitgezählt.

 

Im Altersheim von Gjirokastër – mit 45‘000 Einwohnern eine der wichtigsten Städte Südalbaniens – sind alte und behinderte Menschen untergebracht. Die Behinderungen sind körperlicher oder geistiger Art. Das Zusammenleben ist deshalb nicht immer einfach; immer wieder brechen Konflikte aus.

 

Die Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner schwankt. Das Heim ist, was die Belegung betrifft, meist an der Kapazitätsgrenze, oft auch darüber. Das Hauptproblem: Das Budget reicht nicht aus. 2008 betrug es pro Monat rund 17‘000 Franken für das ganze Heim. Davon müssen die Löhne der 21 Angestellten und sämtliche weiteren Ausgaben bestritten werden: Essen, Strom, Wasser usw.


IPA unterstützt dieses Heim seit vielen Jahren. Am Anfang ging es darum, den Bewohnerinnen und Bewohnern zwei warme Mahlzeiten pro Tag zu ermöglichen. Die Waschmaschine gab immer wieder den Geist auf; IPA ersetzte sie durch eine neue. Ein Strickatelier wurde eingerichtet. Es soll die Langeweile im Heim bekämpfen. Die Menschen wissen oft nicht, was sie tun könnten. Veranstaltungen oder Ausflüge gibt es keine.


Das Altersheim-Projekt ist schwer zu finanzieren. Einerseits will die Mehrheit der Spender nicht in alte Menschen investieren; das sei nicht nachhaltig. Andererseits handelt es sich um ein Programm ohne Ende; es gibt keinen Zeitpunkt, an dem es abgeschlossen wäre. IPA hat das Problem über Jahre so gelöst: Die Organisation vergibt in Albanien Mikrokredite, was direkt nichts mit dem Altersheim zu tun hat. Doch mit den Rückzahlungen aus den Krediten hat IPA Nahrungsmittel finanziert. Während zwei Jahren haben auch einige Zürcher Altersheime, etwa das innovative «Sydefädeli», das Heim in Gjirokastër unterstützt. In Gjirokastër nahm IPA ihren Anfang: 1994 wurde die «Solidaritätsgruppe Partner für Gjirokastër» gegründet; daraus entstand 2001 International Project Aid.

 

Das mag die Zuneigung von IPA zum Altersheim in dieser Stadt erklären, das IPA-Mitarbeitende, auch Junioren, jeden Frühling und jeden Herbst besuchen. Aber es gibt auch eine einfache Erklärung für dieses IPA-Engagement. «Es würde schwer fallen», sagt IPA-Geschäftsleiter Pietro Tomasini, «die alten und behinderten Menschen einfach allein zu lassen.»

 

 

 

 

 

Projekt Altersheim, Albanien

 

 

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