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Kalivac, Nordalbanien

 

«Wir fühlen uns jetzt viel sicherer»


Das IPA-Juniorenteam 08/09 plante und realisierte im nordalbanischen Bergdorf Kalivaç die Renovation und Ausrüstung des medizinischen Zentrums – ein Projekt, das den Menschen vor Ort neue Chancen eröffnet.


Wer krank wird, braucht medizinische Hilfe. Für rund 1‘500 Menschen in Kalivaç und drei umliegenden Bergdörfern im Norden Albaniens war diese Hilfe nicht mehr gewährleistet. Das Personal des medizinischen Zentrums konnte ohne einen Wasseranschluss und fast ohne Medikamente kaum helfen.


Aufgrund mangelnder Infrastruktur, vor allem im Bildungs- und Gesundheitswesen, und fehlender beruflicher Möglichkeiten wanderten viele Menschen in die Ebene beziehungsweise in die dortigen Städte und grösseren Ortschaften ab.


Landflucht eindämmen


Kalivaç zählt circa 900 Einwohner, liegt sehr abgelegen und gehört zur Kommune Ungrej (Zone Kashnjet). Eine Anfang 2008 geschaffene Strassenverbindung (Naturstrasse) von der Ebene in die gebirgige Zone Kashnjet hat zur Folge, dass viele Menschen wieder in ihre Dörfer zurückkehren. Um ihnen eine Chance zu geben, müssen für sie vor Ort bessere Lebensbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört auch eine funktionierende medizinische Versorgung und Betreuung. Nur so lässt sich die Landflucht eindämmen, die in Albanien die Entwicklung des Landes ausserhalb der Städte erschwert.


In ihrer Not kontaktierten der Arzt und zwei Krankenschwestern, die für das Zentrum zuständig sind, den IPA-Partner Ali Brahimi. Im Oktober 2008 besuchten drei IPA-Junioren das Zentrum. Sie erkannten die baulichen und medizinischen Defizite schnell und begannen mit der Planung. Das Projekt belief sich auf CHF 57‘050. Um das Geld aufzutreiben, arbeiteten die Junioren mit Serviceclubs wie Lions oder Rotary zusammen, fragten Stiftungen um Unterstützung an, organisierten einen Benefizbrunch und schrieben Bettelbriefe an Verwandte, Freunde und Bekannte. Als grösste Spender konnten sie schliesslich die Aline Andrea-Rutz-Stiftung, den Lions Club Zürich-Central, die MBF Foundation sowie die drei Rotary Clubs Au am Zürichsee, Schönenberg und Zürich au Lac gewinnen.

 

Renovation und Ausrüstung des Medizinzentrums


Die Renovation wurde in diverse Teilprojekte gegliedert, z.B.: Sanierung des Dachs, Sanierung der Decke, Einbau von neuen Fenstern und Türen, Erstellen eines Wasseranschlusses, Installation von Strom, Anstrich der Wände und der Mauern, Ausstattung des Zentrums mit Mobiliar (Stühle für wartende Patienten, Patientenliegen, Einrichtung eines Patientenzimmers für Übernachtungen, Öfen), Ausrüstung mit Medikamenten und Verbrauchsmaterialien und mit medizinischen Geräten wie Blutdruckmesser, Stethoskop, Thermometer oder einem Gerät zur Messung des Blutzuckers.


Eine Schwierigkeit bestand in der Frage, wie die Versorgung des Zentrums mit Medikamenten und Verbrauchsmaterialien langfristig sichergestellt werden soll. Die Lösung der Junioren: Die Versorgung reicht im Rahmen dieses Junioren-Projekts bis Ende 2012 – so viele Gelder konnten die Junioren durch ihre Sammlungen generieren.


Langfristige Versorgung sichern


Falls der albanische Staat ab 2013 nicht in der Lage sein sollte, dem Zentrum genug Geld für den Einkauf von Medikamenten und Verbrauchsmaterialen zur Verfügung zu stellen, würde der IPA-Medizinfonds die Finanzierung dieser Artikel übernehmen. Dieser Fonds wird regelmässig von Spenderinnen und Spendern geäufnet und kommt den Medizinzentren in Albanien zugute.


Eine solide medizinische Grundversorgung, zu der auch die Behandlung von Leiden wie Bluthochdruck, Diabetes, Allergien oder Atembeschwerden gehört, ist nun gewährleistet.

Viele Patienten (mindestens 40 pro Monat) können ausreichend und zufrieden stellend behandelt werden; zur Not kann ein Patient auch eine oder zwei Nächte im Zentrum übernachten. Nur in gravierenden Fällen müssen die Patienten ins nächste, weit entfernte Spital gebracht werden.


Das Zentrum hat zur Beruhigung der Menschen beigetragen. Im Krankheitsfall haben sie jetzt eine Anlaufstelle. «Es ist ein richtiges Zentrum geworden», freut sich Ndrec Brokshi, der Ehemann der einen Krankenschwester. «Wir fühlen uns jetzt viel sicherer.»

 

 




Projekt Medizinzentrum Kalivac, Albanien

 

 

 

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Plante und realisierte das Kalivaç-Projekt: IPA-Juniorenteam v.l.n.r. Annina Villiger, Rebekka Nordmann, Anaïs Schad, Charlotte Fischli, Joseph Winkelmann, Nico Lüthi und Nicole Delavy (Leiterin). Nicht im Bild: Migmar Dhakyel.

 

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