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Kalur, Nordalbanien

 

Neues Leben aus Ruinen


Kalur, ein Dorf in den Bergen Nordalbaniens, war verlassen und praktisch aufgegeben worden. Dank einer neuen Naturstrasse und IPA ist wieder Leben in die Region gekommen.


«Wir hatten ein schlechtes Gewissen», sagt etrit Nikolli, Lehrer in Kalur, «als wir die Kinder in dieser Schule unterrichten mussten. Jetzt sind wir glücklich, sie in einem renovierten Gebäude empfangen zu können.»


Das Schulhaus von Kalur, das IPA in der Vorschau des Juni-Newsletters erwähnt hat, war eine Ruine. Es gab kein einziges ganzes Fenster mehr. Regen drang durch das Dach, die Decken drohten herunterzustürzen. Eine Toilette war nicht vorhanden, Strom schon gar nicht. Alle Wände waren nass. Die Schülerinnen und Schüler froren fast ständig.


Das Schulhaus musste aus Sicherheitsgründen im Sommer 2008 geschlossen werden. Vor der Schliessung gab es 74 Kinder in der Schule; 60 weitere waren bereits vorher zu Verwandten in die Stadt gezogen, um dort zur Schule zu gehen. In dieser Notlage gelangte der Präsident der Kommune Ungrej, zu der Kalur gehört, an Ali Brahimi, IPA-Partner für Nordalbanien.

 

Das war der Anfang eines aussergewöhnlichen IPA-Projektes in der Höhe von CHF 300‘000, zu dem die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, die Stiftung Fons Margarita und die Aline Andrea Rutz-Stiftung, beide in Zürich, sowie ein Ehepaar mit namhaften Spenden beigetragen haben. Die Eigenleistungen der lokalen Kräfte belaufen sich auf rund CHF 50‘000.


Kalur liegt auf einer Hochebene im Distrikt Lezhë. Es ist eine abgelegene Region, die erst seit kurzem wieder mit einer Natur-
strasse an das Tal nördlich von Lezhë angebunden ist. Vorher musste man einen stundenlangen Umweg fahren, um überhaupt in die Region zu kommen. Die Folge: Viele Menschen zogen weg, die Regierung gab Kalur und andere Dörfer praktisch auf. Niemand investierte mehr in die Infrastruktur: Schulhäuser und medizinische Zentren befanden sich in einem schrecklichen Zustand.

 

Es war nicht einfach, aus der Ruine wieder eine funktionierende 9-Jahresschule mit Kindergarten zu machen. Das Hauptproblem waren die sehr eigenartig konstruierten Decken. Sie bestanden aus Backsteinen, die an Eisenstangen aufgehängt waren. «Die Sanierung war so kompliziert», sagt Ali Brahimi, «dass wir zusätzliche Spezialisten holen mussten, um im Zeitplan zu bleiben.»

 

Die Renovation ist gelungen – nicht zuletzt auch dank den Bewohnern des Dorfes, die bei verschiedenen Arbeiten fleissig und unentgeltlich mit angepackt haben. Das Gebäude hat nun wieder Fenster und Türen, ein dichtes Dach und eine solide Decke, fünf möblierte Schulzimmer, eine Toilette, fliessendes Wasser und Strom.

 

Noch sind zur Wiedereröffnung der Schule Mitte September 2009 nicht alle Kinder nach Kalur zurückgekehrt. Das Haus wird sich aber in den nächsten Jahren wieder füllen. Ein Elternverein, den IPA ausgebildet hat, sorgt für den Unterhalt und die Pflege des Schulhauses. Die Kinder von Kalur haben wieder eine Zukunft.

 




Projekt Schule für Kalur, Albanien

 

 

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