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Lahaï, Nordkamerun

 

Grenzüberschreitende Medizin

 

Im Norden Kameruns sind noch immer Zehntausende ohne medizinische Grundversorgung. Trotz prekärer politischer Sicherheitslage konnte im Kanton Lahaï nun ein "Centre de Santé" in Betrieb gehen.


Seit 30 Jahren versuchte man im kleinen Hauptort des Kantons Lahaï eine Gesundheitsversorgung aufzubauen. Vergeblich. Als 2015 der Staat tatsächlich ein medizinisches Zentrum baute, war die Freude gross. Schnell wich sie aber einer tiefen Ernüchterung. Es gab kein Wasser, keinen Strom. Die Einrichtung fehlte genauso wie Diagnosegeräte, Medikamente und Verbrauchsmaterialien. Leeres Gebäude – kein Personal. Die Bewohner von Lahaï sollten buchstäblich wieder leer ausgehen.

IPA-Partner Aboukar Mahamat, selber in Lahaï geboren, beschrieb IPA die Situation, und die Leopold Bachmann-Stiftung engagierte sich gerne als Spenderin. Das Vertrauen in den Partner von IPA ist nach einem früheren Besuch der LBS-Geschäftsleitung in Kamerun so gross, dass selbst eine professionell geführte Stiftung auch einmal auf einen Kontrollbesuch von IPA-Mitarbeitenden verzichten kann. Und Aboukar Mahamat war fest entschlossen, aus dem Projekt "einen historischen Erfolg zu machen".

Die Hilfe aus der Schweiz war aber an eine klare Bedingung geknüpft: Der Staat musste für das Personal sorgen. Acht Monate nach Projektstart konnte das Zentrum in Betrieb genommen werden – mit vier Angestellten. Eine Solaranlage sorgt für Strom für alle Zimmer, für den Kühlschrank mit den Impfstoffen, für den Sterilisator und für die Pumpe, die den Brunnen betreibt. Die Zimmer sind eingerichtet, Medikamente und Geräte vorhanden, Freude und Erleichterung in der Bevölkerung riesig. Das Wort "historisch" hörte man tatsächlich überall.


"In der Heimat sterben"


Das Zentrum war für die 17 Dörfer des Kantons gedacht. Das reale Einzugsgebiet ist nun aber viel grösser. 22 Dörfer auf kamerunischer Seite und – etwas überraschend – auch 12 Dörfer im Tschad gehören dazu. Viele Nomaden profitieren zudem vom Angebot, so dass knapp 15'000 Menschen endlich eine medizinische Grundversorgung erhalten. Schon jetzt sagen die Bauern, dass Lahaï die beiden grössten Orte in der Waza-Logone-Ebene, Zina und Logone-Birni, überholt hat. "Ein Menschenleben zu retten, ist die schönste Sache der Welt", hatte Aboukar Mahamat in einem Mail an IPA geschrieben. Bereits konnten mehr als zwei Dutzend Menschen mit schwerer Malaria vor dem Tod bewahrt werden, fünf Blinddarmentzündungen wurden rechtzeitig diagnostiziert und die Patienten in einen Spital geschickt. Zum ersten Mal geniessen über 100 Schwangere eine regelmässige Kontrolle. Die Menschen haben Ruhe und Sicherheit gewonnen, ein Gefühl, das sie bisher nicht kannten. "Jetzt weiss ich, dass ich in der Heimat sterben kann, ich danke dir, mein Sohn", sprach ein gerührter alter Mann aus Arainaba zu Aboukar Mahamat. Er hatte Angst, sich irgendwo in der Ferne behandeln lassen und dort dann auch sterben zu müssen. Und der Chef de Canton meinte: "Das Projekt gibt uns endlich die Würde, die uns der eigene Staat verwehrt hat."



Das Medizinzentrum als neue Anlaufstelle

 

 

 

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