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Maroua, Nordkamerun

 

Mehrfache Win-Win-Situation


Dank eines Kredits von IPA zu fairen Konditionen betreibt Aboukar Mahamat ein Geschäft, von dem alle Beteiligten profitieren.

 

«Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Geschäft», sagt Aboukar Mahamat. Er freut sich sichtlich. Mahamat, 38, lebt in Maroua, mit 270'000 Einwohnern eine der grössten Städte Kameruns. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein Geschäft besteht in der Aufzucht von Rindern.

 

Von Nomaden und Transhumanten (Hirten, die mit Viehherden herumziehen) kauft er junge oder schwache Rinder, welche die langen Wanderungen nicht mitmachen können. Er kauft diese Tiere zu einem Preis von 85 bis 105 Franken. Die Rinder werden dann stationär gehalten und aufgepäppelt, so dass sie sich schnell erholen. Nach einigen Monaten kann sie Mahamat mit einem guten Gewinn verkaufen – zu einem Preis, der 50 bis 100 Prozent über dem Einkaufspreis liegt.

 

Der Vorteil dieses Systems liegt darin, dass es nur Gewinner gibt: Die Nomaden können ihre schwachen Tiere verkaufen, Mahamat kann für die Betreuung der Rinder Hirten einstellen, die so ein Einkommen finden, und er selber macht einen Gewinn. Möglich geworden ist Mahamats Geschäft dank eines Kredits von IPA in der Höhe von Fr. 3'500, welche die Kirchgemeinde Kelleramt in Unterlunkhofen zur Verfügung gestellt hat. IPA hat den Kredit zu folgenden Konditionen vergeben: 5 Jahre Laufzeit (genug, um ein Business aufzuziehen und auch genug, um einmal ein schlechtes Jahr zu überstehen);
5 Prozent Zins pro Jahr auf den noch im Kredit verbleibenden Betrag. Das heisst: Aboukar Mahamat zahlt jedes Jahr einen Fünftel der Kreditsumme zurück und dazu den Zins auf den Betrag, den er im letzten Jahr von IPA noch hatte. Administrative Kosten werden ihm keine berechnet.

 

Faire Konditionen von IPA,
Knebelverträge von den Banken in der Region

 

Zum Vergleich: Die Banken in der Region vergeben Kredite zu Konditionen, die ihrer Bereicherung dienen – und zur Verarmung der Kreditnehmer führen, die unter der Last der Knebelverträge zusammenbrechen. Die Konditionen sehen etwa so aus: 1 Jahr Laufzeit (viel zu kurz, um ein Geschäft aufbauen zu können); 30 Prozent Zins und 10 Prozent administrative Kosten (viel zu viel für die völlig verarmte Landbevölkerung). Die Zinsen müssen schon am Anfang, also beim Bezug des Kredits, bezahlt werden.

 

Ein Beispiel: Ein Kreditnehmer unterschreibt einen Kreditvertrag über Fr. 10'000, bekommt aber nur Fr. 7'000 ausbezahlt (weil ihm die Zinsen schon abgezogen worden sind) und muss die Fr. 10'000 in einem Jahr zurückzahlen. Aboukar Mahamat kauft und verkauft mehrmals im Jahr Rinder. Dabei geht seine Rechnung voll auf. IPA hat ihm den Kredit im Frühling 2008 ausbezahlt. Bereits ein Jahr später hatte er einen Reingewinn von circa 500 Franken erzielt und besass immer noch 14 Rinder, die er noch verkaufen konnte.


Bücher und Hefte für sieben
Nichten und Neffen


Den Gewinn investiert Mahamat in die Ausbildung von sieben Nichten und Neffen. Fünf sind am Gymnasium in Maga, zwei in einer Sekundarschule in Zina. Für die sieben Kinder bezahlt er Bücher und Hefte, die Schule, die Schuluniformen und die Schuhe. Sie alle könnten ohne seine Unterstützung keinen Unterricht besuchen. «Die Konditionen, die IPA bietet, sind in unserer Region ohne Beispiel», sagt Aboukar Mahamat. Und eine Gruppe von Frauen, die unter einem Kredit der Sahel-Bank leidet, sagte, nachdem IPA ihr einen Amortisationsplan vorgelegt hatte: «Könnt ihr uns auch einen solchen Kredit geben? Damit wären wir all unsere Sorgen los.»

Projekt Kleinkredit für Rinderaufzucht

 

 

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