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Logone-Birni, Kamerun

 

Erste Schritte aus der Armut

 

Dank günstiger Kleinkredite von IPA gründen initiative Personen in der Region von Logone-Birni kleine Betriebe und schöpfen Hoffnung auf ein besseres Leben.


Kapital – auch in Logone-Birni, einem Dorf mit 2‘500 Einwohnern im Norden Kameruns. IPA stellt Interessierten Kapital in Form von Kleinkrediten zur Verfügung – selbstverständlich ohne Gewinnabsichten.


Logone-Birni liegt an der Grenze zum Tschad, in der Überschwemmungsebene des Flusses Logone. Vom Grenzort Kousseri ist es auf einer staubigen Piste in einer Stunde Fahrt zu erreichen. Die sozialen Probleme sind gross, die meisten Menschen gehen keiner geregelten Arbeit nach. Sie leben vom Fischfang im Fluss (der wenig hergibt), von Viehzucht und Tierhaltung (Schafe, Ziegen, Hühner) sowie von Mais-, Reis-, Hirse- und etwas Gemüseanbau. Die Ernten fallen mager aus. In den Monaten April bis August herrscht Hunger.


Immer wieder muss das World Food Programme mit Nahrungsmittellieferungen zu Hilfe kommen. Das Dorf und die Region machen einen erbärmlichen Eindruck, viele Hütten stehen vor dem Zerfall. Zu allem Übel war es – bis vor kurzem – fast unmöglich, kleine Betriebe zu gründen. Zwar wurde in Logone-Birni auf Anregung der Afrikanischen Entwicklungsbank eine Sparkasse eröffnet, aber ohne das nötige Kapital bereit- zustellen. Die Sparkasse konnte nicht aktiv werden. An diesem Punkt hat sich IPA eingeschaltet.



Das Kapital soll dort zur Verfügung gestellt werden,
wo es dringend gebraucht wird


Mit dem Aufbau einer Sparkasse, die auch über Geld verfügt, will IPA der Bevölkerung in und um Logone-Birni ermöglichen, sich wirtschaftlich selbständig und nachhaltig zu entwickeln. Dabei steht nicht in erster Linie die Gewinnmaximierung der neuen Sparkasse im Vordergrund, sondern das Bestreben, Kapital in Form von Krediten genau dort zur Verfügung zu stellen, wo es dringend gebraucht wird.


Die Umsetzung des IPA-Modells basiert auf dem Gedanken der Risiko-minimierung. Das Prinzip besteht darin, die finanziellen Mittel, die IPA hauptsächlich von der Zürcher Firma Gate49 erhält, nicht direkt in die Sparkasse einfliessen zu lassen, sondern sie zuerst einmal in Form von Kleinkrediten zu investieren. Die Rückzahlungen inklusive Zins gehen an die Sparkasse, die so Erfahrungen sammeln und allmählich auf das für den zukünftigen Betrieb nötige Kapital zurückgreifen kann.


Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebenssituation dank eines Kredites ist in der Region spürbar. Nach Jahren der Lethargie hat sich die Stimmung aufgehellt. Verschiedene «Groupes d’initiative commune» (GICs), die nicht mehr aktiv waren, entwickeln nun Pläne und Geschäftsideen. GICs sind im Norden Kameruns verbreitet und
bezeichnen eine Gruppe von Personen, die sich zu einem bestimmten Zweck zusammen-schliessen. In den meisten Fällen betreiben sie ein kleines Business. Mittlerweile wird in der Region mehr Boden bebaut, und die Produktion von Nahrungsmitteln ist gestiegen.


Die ersten Schritte zu einem besseren Leben vergleicht Papa Marouf, der Präsident der Sparkasse, mit denjenigen eines Kindes: «Ein kleines Kind muss zuerst gehen lernen. Es macht am Anfang da und dort einen Fehler und strauchelt, doch mit der Zeit funktioniert das Laufen sehr gut.»

Projekt Sparkasse, Kamerun

 

 

 

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