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Lahaï, Kamerun

 

IPA auf neuen Wegen

 

Die Unterstützung von Gruppen, die in der Waza-Logone-Ebene etwas produzieren, hat schon in vielen Fällen zu positiven Resultaten geführt. Mit dem Aufbau einer kleinen Produktionsanlage für die Zucht der Spirulina-Alge betritt IPA nun Neuland.


Im Rahmen einer Weiterbildung stiess ein ehemaliger IPA-Mitarbeiter auf die Spirulina-Alge und regte im Team an, die Idee einer Produktionsstätte in Kamerun weiter zu verfolgen. Spirulina? Zuerst ging es für die anderen Mitarbeitenden einmal darum, in Erfahrung zu bringen, was das ist. Die Recherchen zeigten das Bild einer Blaualge, die als Nahrungsmittelergänzung in einer Region, in der Hunger und Unterernährung die Regel sind, von grösstem Wert sein kann. Die Alge enthält grosse Mengen an Calcium, Eisen und Magnesium sowie diverse Vitamine und alle essentiellen Aminosäuren. In anderen Entwicklungsländern hat man damit ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Spirulina soll in verschiedenen Fällen auch eine heilende Wirkung haben. Aha, das tönte also alles sehr interessant.


Dann erst wurden die Schwierigkeiten offensichtlich. Die Aufzucht ist delikat. Sie braucht Einiges an Wissen und erfordert Sorgfalt. Fachwissen ist selten und muss eingekauft werden. Kann man eine Produktionsstätte in einer Region aufbauen, in der nur wenige Menschen überhaupt lesen und schreiben können? Es sollte sich zeigen: Man kann.


Erst die sechste Produktionsstätte im ganzen Land


In Kamerun gibt es nur fünf Farmen, auf denen Spirulina produziert wird. Diejenige in Lahaï sollte die sechste werden. In einer mehrtägigen Weiterbildung in Maroua konnte einer Gruppe junger und motivierter Männer aus dem Dorf das nötige Wissen in Theorie und Praxis vermittelt werden. Der "Chef de Village" stellte ein Feld zur Verfügung, der Bau der Anlage konnte beginnen.


Das Becken musste kleiner gebaut werden als geplant. Das bremste den Enthusiasmus der Gruppe aber gar nicht. "Um Spirulina muss man sich den ganzen Tag kümmern. Wenn wir also schon auf dem Feld sind, können wir doch auch gleich noch etwas anbauen", meinte Moussa, der Leiter der Gruppe. Aus eigenen Mitteln und in langwieriger Arbeit entstanden so neben dem Spirulina-Becken Felder, auf denen Zwiebeln und andere Gemüsesorten angepflanzt werden, und sogar ein Fischteich kann inzwischen betrieben werden. Im Moment wird die Spirulina-Produktion auch noch von diesen Aktivitäten finanziell mitgetragen.


Von der Nachfrage überrollt


Aber zurück zur Alge. Gleich der erste Versuch ging daneben. Der eingekaufte Stamm hatte eine Krankheit, so dass wenige Wochen nach dem Projektstart noch einmal ganz von vorne begonnen werden musste. Dann lief die Produktion aber an. Bis Februar konnten 14 kg geerntet werden. Noch ist die Produktion nicht rentabel. Der Anfang ist aber gemacht, und die Gruppe wird von der Nachfrage überrollt. Sie verkaufen die Sachets à 50 Gramm nicht nur in den Dörfern der Umgebung, sondern auch schon in Maroua, der nächst grösseren Stadt.


Das Dorf profitiert mit


Vor allem profitiert die ganze Dorfgemeinschaft von diesem Projekt: Die Gruppe bezahlt zwei der vier Lehrpersonen, die in der Schule unterrichten, regelmässig den Lohn. Die Männer haben grosse Pläne und träumen schon von einem zweiten Becken. Der Weg ist aber noch weit, das Unwissen in der Region gross. "Immer wieder kommen Leute zu uns, die gehört haben, dass Spirulina Krankheiten heilt oder die Schmerzen bei der Regel der Frauen lindert. Nun wollen sich die Menschen in unser Spirulina-Becken legen, weil sie noch nicht begriffen haben, dass man die Alge essen muss", grinst Moussa. Weitere Radiosendungen und eine gesteigerte Produktion werden auch diese Missverständnisse allmählich beseitigen.

Produktion von Spirulina

 

 

 

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gruppe1

 






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